Barbara Beuys hat für die Biografie der Widerstandskämpferin neue Quellen aufgearbeitet. Inge Aicher-Scholl setzte ihren Geschwistern Hans und Sophie Scholl mit dem Buch “Die weiße Rose” ein Denkmal. Das war 1952. Sie bewahrte sie damit vor dem Vergessen, zugleich verfestigte sie aber ein Bild, das nicht immer ganz den Tatsachen entsprach. Nicht um zu schummeln, sondern weil die persönliche Erinnerung manches beschönigte oder verschob.
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Sophie Scholl ist eine Ikone der deutschen Geschichte. Mit Flugblättern hatte sie es gewagt, die verbrecherische Politik Adolf Hitlers anzuklagen. Doch ihr Weg von der jugendlichen NS-Führerin zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus war länger, widersprüchlicher und differenzierter als bisher dargestellt. Barbara Beuys hat Hunderte bisher unbekannte Dokumente gesichtet, die das Rückgrat der ersten umfassenden Biografie über Sophie Scholl bilden. Eingebettet in die farbige, historisch präzise Schilderung der Nazi-Herrschaft beschreibt sie meisterhaft die ganze Lebensspanne der Widerstandskämpferin der Weißen Rose.